Erfolg bei EDEKA

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Greenpeace-Aktivisten verwandeln den Edeka Ott Markt Regensburg der Lebensmittelkette in Schweinestall und fordern Transparenz für Verbraucher

 

Nun ist also auch Edeka an Bord: Die großen deutschen Lebensmittelhändler einschließlich der Hamburger Einzelhandelskette haben angekündigt, ab April Fleischprodukte nach Art der Haltung einheitlich zu kennzeichnen, von Bio-Aufzucht bis Massentierhaltung. In den vergangenen Wochen haben Greenpeace-Aktivisten in ganz Deutschland vor Edeka-Filialen für eine solche Kennzeichnung demonstriert. Sie macht erkennbar, wie die Tiere aufgezogen wurden, und schafft Transparenz für Verbraucher. Umfragen zufolge wollen die meisten Kunden nämlich kein Fleisch kaufen, für das Tiere unnötig leiden mussten.

Auch in Regensburg setzten sich 18 Greenpeace-AktivistInnen am 12. Dezember  vor einem Edeka-Markt für ein Ende des Tierleids in der Fleischproduktion und für Wahlmöglichkeiten für Verbraucher beim Kauf von Fleisch ein. Dazu verwandelten sie den Markt an der Boelckestraße optisch in einen konventionellen Schweinestall. Großflächig auf die Fenster geklebte Fotos zeigten Tiere in verdreckten, engen Ställen mit Spaltenböden. „Bei Edeka verkauftes Fleisch wird häufig unter Bedingungen produziert, die gegen das Tierschutzgesetz verstoßen”, sagt Malin Steinfurth, Agrarsprecherin der Greenpeace Gruppe Regensburg.

Mit der Einführung einer Kennzeichnung geht die Wirtschaft entschlossener vor als die Bundesregierung. „Der Einzelhandel führt Julia Klöckner vor“, sagt Lasse van Aken, Greenpeace-Experte für Landwirtschaft. Denn während die Landwirtschaftsministerin nur ein Nischen-Label für einen Bruchteil des Fleischangebots plant, informieren alle großen Supermarktketten den Verbraucher künftig umfassend. „Sie kennzeichnen auch Fleisch, das aus schlechter Haltung kommt“, so van Aken. „Damit setzt der Handel um, was die Verbraucher wollen: Transparenz bei der Tierhaltung.“

Nun braucht es gesetzliche Regelungen

Eine Schlappe für Klöckner. „Sie konnte weder den Handel, noch die Tierhalter oder die Verbraucher für ihre völlig unzureichende, freiwillige Haltungskennzeichnung gewinnen“, fasst van Aken zusammen. Ihre Pläne sollte Klöckner nun endlich zu den Akten legen: „Die Ministerin muss die Kennzeichnung in Handel und Gastronomie zur Pflicht machen und die gesetzlichen Regeln für die Tierhaltung grundlegend verbessern.”

 

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