Entspannte Radl-Demo

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Volle Kraft voraus fürs Radl“ – war der Leitspruch, der am Samstag den 16.06. unübersehbar an der Eisernen Brücke prangte. Das kleine grüne Logo am Unterrand des 30-Meter langen Banners gibt Auskunft über den Initiator: Greenpeace – diesmal unsere Ortsgruppe Regensburg.
 

Ein kleines Team hatte es sich hier zur Aufgabe gemacht, das letzte Wochenende ganz und gar dem Thema Mobilität zu widmen. Dazu gab es in und rund um die historische Altstadt Regensburg vielerlei Aktionen, von denen die Raddemo wohl die imposanteste und publikumswirksamste darstellte. 300 Unterstützer kamen am Vormittag zusammen, um gemeinsam für einen besseren und sichereren Ausbau des Radwegenetzes in der Stadt zu demonstrieren. Dabei führte die Strecke an einigen gefährlichen Stellen vorbei, von denen besonders hervorgehoben wurden:

Jedermann geläufig und stadtbekannt: Der Galgenberg – hier nimmt der Radfahrer von oben kommend immer mehr Geschwindigkeit auf und wird letztlich völlig abrupt in den fließenden Verkehr geleitet. Völlig schutzlos, kein Radweg – nichts, nur Autos, die den Sicherheitsabstand von 1,5 Meter nur in den allerseltensten Fällen einhalten.

Zweiter Brennpunkt: Die Kreuzung an der Kumpfmühler Brücke – diese ist statistisch gesehen die gefährlichste Kreuzung, sprich die mit der höchsten Unfallrate – „warum hier nichts passiert, fragen wir uns wirklich“, kritisiert Jonas Baumgartner. Hier gelangen Radfahrer beim Befahren bestimmter Streckenabschnitte in einen toten Winkel – das ist brandgefährlich. Was den meisten außerdem sofort auffällt, sind die absurden Wartezeiten, bei denen es sich „schon fast lohnt, ein Pläuschchen anzufangen“, wie Mira Parisek kommentiert. Beim Linksabbiegen steht man als Radfahrer hier an 3 Ampeln – Autos an einer.

Ähnlich verhält es sich am Stobäusplatz: Dieser „ist nicht nur nervig für Radfahrer, sondern auch Symbol einer völlig veralteten Verkehrspolitik: Zuerst das Auto, alles andere wird drumherum geplant. Das ist nicht nur falsch, sondern auch gefährlich – Stickoxide, Feinstaub und CO2 sind für jeden einzelnen von uns gesundheitsschädlich”, so Malin Steinfurth.
 

Warum eine Rundumerneuerung des Mobilitätskonzepts eigentlich längst überfällig ist, was die derzeitigen Emissionen durch Autos für enorme Gesundheitsschäden mit sich bringen und wie es realisierbar wäre, den Verkehr bis 2035 emissionsfrei zu gestalten: dies konnte man den Plakaten entnehmen, die an mehreren Infoständen in der Innenstadt zu sehen waren. Die Dringlichkeit, umzudenken und aktiv zu werden, zeigen die Nachrichten von zwei schweren Unfällen allein in den zwei vorangegangenen Wochen. Radfahren muss sicherer und unter anderem dadurch attraktiver werden. „Die Stadt hat ein gutes Konzept entwickelt, doch an dessen Umsetzung hapert es noch”, analysiert Jonas Baumgartner die aktuelle Lage. Es fehlt zudem an weiteren Radstellplätzen, Radschnellwegen, einem zuverlässigen Winterdienst und Ampelschaltungen, die an den Radverkehr angepasst sind – Greenpeace fordert ein Mobilitätskonzept, das den Radfahrer nicht länger hinter den Autofahrer stellt. Im Gegenteil: Das Rad, der Bus und die Bahn müssen Verkehrsmittel der ersten Wahl werden.

 

Abschließend lässt sich sagen, dass wir als Greenpeace Regensburg mit einem sehr positiven Gefühl auf das vergangene Wochenende zurückblicken – stolz, zufrieden und dankbar für viel positives und bestärkendes Feedback, sowie konstruktive Kritik.
Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle auch an die Band “Buskin Wolves”, die unseren Stand am Kohlenmarkt musikalisch hervorragend unterstützte und viele Passanten zum Verweilen einlud. An diesem Samstag sind etliche für „Entspannteres Radeln“ mit einem Klingelkonzert auf den Straßen unterwegs gewesen – kaum einer konnte uns hier übersehen (oder überhören). Hoffentlich ist einigen klar geworden, was auch Malin Steinfurth in ihrer Rede betonte: „Wir müssen jetzt anpacken – etwas verändern und die Verkehrswende einleiten!“

 

Im Rahmen der Fahrraddemo vom 16.6.2018 gab es auch eine Plakat-Ausstellung zum Themo Mobilität. Falls dies jemand verpasst hat oder die Texte nochmal nachlesen möchte, kein Problem: Die Plakate findet ihr unten Digital zum download.

Publikationen

Weiterführende Links

Hier gibt weitere Fotos von Michél Laborda zur Radldemo incl. Vorbereitung

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