Deforestation Bank

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Die Deutsche Bank wirbt mit grünem Banking und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig gibt sie einen 25-Millionen-USD-Kredit an den Kautschukriesen Halcyon Agri, den Betreiber einer Kautschukfabrik, wodurch bereits wertvoller Wald abgeholzt wurde. Eine neue Zeit braucht neue Antworten??? Klimaschutz und Nachhaltigkeit geht anders.
 

Waldfresser Sudcam

Mit einer Fläche von mehr als eineinhalb Millionen km2 ist der Regenwald des Kongobeckens der zweitgrößte Regenwald der Welt und die artenreichste Region Afrikas. Als der Kontinent, der von den negativen Auswirkungen der Klimakrise am stärksten betroffen ist, ist die Zerstörung der afrikanischen Regenwälder besonders schlimm.

Der Regenwald Afrikas erstreckt sich über verschieden Länder und reicht auch bis nach Kamerun.

In Kamerun ist unter anderem das lukrative Kautschukplantagengeschäft ein massiver Treiber der Waldzerstörung. Schon im Jahr 2018 hat ein Bericht von Greenpeace Afrika öffentlich gemacht, dass die in Singapur ansässige Halycon Agri und ihre kamerunische Tochtergesellschaft Sudcam ein schmutziges Kautschukplantagengeschäft in Kamerun betreiben. Sudcam ist für die verheerendste neue Waldrodung für industrielle Landwirtschaft im Kongobecken verantwortlich und hat zwischen 2011 und 2018 mehr als 10.000 Hektar dichten tropischen Regenwald gerodet - das entspricht der Fläche von einem Fußballfeld alle 4 Stunden - um Platz für eine Kautschukplantage zu schaffen. 

Und was hat die Deutsche Bank damit zu tun?

Die Deutsche Bank treibt diese Waldzerstörung in Kamerun mit voran. Im Juli 2020 kündigte die Deutsche Bank "ein innovatives neues Darlehen" in Höhe von 25 Mio. USD an, das Halcyon Agri über eine Tochtergesellschaft zur Finanzierung von Investitionen für seine Plantagen in Kamerun und Malaysia gewähren sollte. Dabei versprach die Deutsche Bank "einen neuen Standard für die Kautschukindustrie" und verpflichtete sich dazu, "wissentlich keine Aktivitäten innerhalb oder in unmittelbarer Nähe eines Weltkulturerbes zu finanzieren".

Doch Satellitenbilder zeigen, dass Halcyons Tochterunternehmen Sud-Cameroun Hévéa (Sudcam) zwischen 2011 und 2018 mehr als 10.000 Hektar Regenwald gerodet hat - eine Fläche von der Größe von Paris - weniger als einen Kilometer vom UNESCO-Weltkulturerbe Dja-Fauna-Reservat entfernt.

Es wird erwartet, dass die Bank Mitte 2021 die zweite Kredit-Tranche von 16-Millionen-USD für den Kautschukriesen Halcyon Agri überweisen wird. Dabei übersieht sie wissentlich dessen Bilanz an Menschenrechtsverletzungen, Intransparenz und einige der verheerendsten Abholzungen in der jüngsten Geschichte Afrikas. Zum zweiten Mal innerhalb von zwölf Monaten beabsichtigt die Deutsche Bank damit einen Verstoß gegen ihr selbst gesetztes Rahmenwerk für den Umgang mit Umwelt- und Sozialrisiken.

 

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