Diesel raus aus der Stadt!

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Am Freitag, 03.03.2017 demonstrierten Greenpeace-Aktivisten am Reiterstandbild König Ludwigs I. am Regensburger Domplatz für saubere Luft in den Städten. Sie verpassten Ross und Reiter Atemschutzmasken und hissten ein Banner mit der Aufschrift "Wir wollen atmen! Dreckige Diesel raus aus der stadt."

Am Samstag, den 04.03. demonstrierten Greenpeace-AktivistInnen bundesweit in über 50 Städten, darunter Stuttgart, Köln und München und Regensburg. Mit Elektroauto, schwarzen Dieselrußsäcken und Infotafeln waren die AktivistInnen am Samstag von 11:00 Uhr bis 16:00 Uhr am Neupfarrplatz in Regensburg unterwegs. Unter dem Motto „Städte wollen atmen“ informierten die UmweltschützerInnen über die gesundheitlichen Folgen der Dieselabgase und sprachen mit PassantInnen über Vorschläge für eine Verkehrswende in ihrer Stadt.

„Dieselabgase gefährden die Gesundheit von Hunderttausenden von Stadtbewohnern“, sagt Greenpeace-Sprecher Jörg Dirksen. „Die Städte müssen jetzt weg von Diesel- und Verbrennungsmotoren, hin zu ökologischeren Verkehrsmitteln wie E-Bussen, Fahrrädern und geteilten E-Autos.“ Mehr als die Hälfte der offiziellen Verkehrsmessstationen zeigten auch im vergangenen Jahr zu hohe Stickoxidwerte. Zwei Drittel der Stickoxide aus dem Verkehr stammen von Diesel-Pkw. Das Atemgift erhöht das Risiko für Asthma, Herzinfarkte sowie andere Herz-Kreislauferkrankungen und verursacht laut Europäischer Umweltagentur jährlich gut 10.000 vorzeitige Todesfälle in Deutschland.
Weil viele deutsche Städte, auch Regensburg, seit Jahren den geltenden Grenzwert für Stickoxid verfehlen, hat die Europäische Union inzwischen ein Verfahren gegen Deutschland eingeleitet. Auch Anwohner klagen in mehreren Städten. Der wachsende Druck auf die Städte hat inzwischen einen politischen Streit entfacht: Die Landesregierung Baden-Württembergs, der Berliner Senat sowie die Umweltminister der Länder fordern, bundesweit eine blaue Plakette einzuführen. Mit dieser könnten Städte ältere Diesel-Pkw bei besonders hoher Luftbelastung fern halten.
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sowie mehrere Ministerpräsidenten lehnen sie ab. Noch vor dem Sommer soll der Bundesrat über die Plakette abstimmen. “Mit der blauen Plakette lässt sich die Luft in Städten rasch verbessern. Wenn Ministerpräsidenten und der Verkehrsminister ihre Einführung blockieren, lassen sie die Städte mit ihren Luftproblemen alleine. Das wäre verantwortungslos“, sagt Dirksen.

Blaue Plakette mit Abstand wirksamstes Instrument für bessere Luft

Nach einem Gutachten des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg für die Stadt Stuttgart verringert die blaue Plakette als Erweiterung der Umweltzone Stickoxide am wirksamsten – um 95 Prozent. Der Vorschlag von Verkehrsminister Dobrindt, Busse, Taxen und Paketdienste auf Elektroantrieb umzustellen, würde die Stickoxidbelastung hingegen um lediglich 14 Prozent senken. Das Gutachten online: http://bit.ly/2mb19Fn

Immer mehr europäische Städte gehen gegen die Gesundheitsgefahr durch Stickoxide aus Dieselmotoren vor. Oslo hatte im Januar wegen schlechter Luft ein mehrtägiges Fahrverbot für Dieselautos verhängt. Madrid, Paris und Athen haben beschlossen, ab dem Jahr 2025 Dieselwagen in der Innenstadt ganz zu verbieten.

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