Amazonas-Regenwald erhalten !

Media

Neues Staudammprojekt im Herzen des Amazonas bedroht Heimat der Indigenen 

Greenpeace - Ehrenamtliche protestieren für den Erhalt des Amazonas - Regenwaldes

 

Am Regensburger Kohlenmarkt informierten am  Freitag, 15.07.2016  Greenpeace-Freiwillige über das zerstörerische Bauvorhaben und die Bedrohung der Lebensgrundlage der indigenen Bevölkerung um den Tapajos-Fluss. Der Protest richtet sich gegen den geplanten Bau des 7,6 Kilometer langen Sao-luiz-do-Tapajos-Staudammes im Herzen des brasilianischen Regenwaldes. Er wäre der erste von über 40 geplanten Staudämmen in der Region. Um den Bau zu stoppen, werden Unterschriften für eine virtuelle Menschenkette gesucht. „Diese Menschenkette umschließt symbolisch das traditionelle Land der Munduruku, Sawre Muybu, das in großen Teilen zerstört werden würde,“ erklärt Christine Dowy von der Greenpeace-Gruppe Regensburg.  

Auch der deutsche Siemens-Konzern könnte sich wieder an dem umstrittenen Projekt beteiligen. Er war als Zulieferer bereits am Bau des Belo-Monte-Staudammes beteiligt. Mehr als 20.000 Menschen wurden dafür gegen ihren Willen umgesiedelt. „Der Belo-Monte-Staudamm hat schwere Umweltzerstörung und Gewalt in die Region gebracht. Das darf sich nicht am Tapajos-Fluss wiederholen“, sagt Sandra Hieke, Waldexpertin bei Greenpeace. „Vor allem vor dem Hintergrund des Klimawandels und zunehmender Dürreperioden ist die Abhängigkeit von Wasserkraft für Brasiliens Energieversorgung problematisch. Der benötigte Strom kann auch durch Solar- und Windanlagen erzeugt werden, ohne den Regenwald zu zerstören und Menschen zu vertreiben. Hierin sollten Firmen wie Siemens investieren.“

Die deutschlandweiten Proteste sind Teil einer internationalen Kampagne, die zum einen die Munduruku bei der offiziellen Anerkennung ihres traditionellen Landes unterstützt und zum anderen deutsche Firmen an ihre Unternehmensverantwortung – auch im Ausland – erinnert.

Das Tapajos-Tal zählt zu den artenreichsten Regionen der Erde und ist nicht nur Lebensgrundlage der Munduruku, sondern auch Lebensraum von Jaguar, Flussdelfin und Seekuh, sowie hunderten von Fisch- und Vogelarten. Der Amazonas-Regenwald ist zudem von herausragender Bedeutung für unser Klima. „Wenn Siemens die internationalen Vereinbarungen zum Artenschutz und die in Paris getroffenen Klimaziele ernst nimmt, dürfen sie sich nicht mehr an Staudammprojekten im Amazonas-Urwald beteiligen“, sagt Jannes Stoppel, Waldexperte bei Greenpeace.